Allalinhorn

Höhe: 4.027 m // Region: Allalingruppe // Land: Schweiz // Erstbesteigung: 28. August 1856

Das Allalinhorn oberhalb von Saas-Fee gehört zu den einfacheren Viertausendern. Die meisten Bergsteiger nutzen für einen Teil des Aufstiegs die U-Bahn. Was unglaublich klingt ist seit 1984 mit der Métro Alpin möglich. Die vollständig unterirdisch verlaufende Standseilbahn wird, obwohl sie nicht der klassischen Definition einer U-Bahn im Sinne eines städtischen Massenverkehrsmittels entspricht, von den Tourismus-Verantwortlichen des Ferienorts medienwirksam als höchstgelegene U-Bahn der Welt bezeichnet. Die Bahn führt auf ihrer 1.749 Meter langen Strecke unter zwei Gletschern hindurch und überwindet dabei knapp 500 Höhenmeter mit einer Steigung von bis zu 48 Prozent. Mit dem höchstgelegenen Drehrestaurant der Welt auf 3.500 Meter hat der Ort noch ein weiteres Highlight. Hier kann man den großartigen Blick auf das Berg- und Gletscherpanorama genießen und dabei dreht sich in einer Stunde das Restaurant um 360 Grad um die eigene Achse. 18 Viertausender behüten Saas-Fee und die Nachbargemeinden wie eine Muschel und gaben dem Tal den unverwechselbaren Namen «Perle der Alpen». Von der Bergstation der U-Bahn aus ist der lediglich noch knapp 500m höhere Gipfel bei guten Bedingungen in etwa zwei Stunden zu erreichen. Der Berg in den Walliser Alpen zählt folglich neben dem Breithorn zu den meistbestiegenen Viertausendern der Schweiz. Für viele bleibt das Allalinhorn entsprechend auch der einzige Viertausender ihres Lebens. Kritische Stimmen bezeichnen den Berg seit der Erschließung durch die Tunnelbahn deswegen sogar als „Altweiberviertausender“. Der Normalweg führt von der Bergstation der Métro Alpin für etwa ein Drittel durch den Skizirkus von Saas-Fee, bevor man in hochalpine Regionen abseits der Skipisten gelangt. Doch wer hier glaubt alleine unterwegs zu sein, liegt falsch. An guten Tagen ziehen sich die Bergsteiger auf dem Normalweg wie eine Ameisenstraße bis zum höchsten Punkt. Saas-Fee bezeichnet sich, neben einigen weiteren Orten in der Alpenregion, als die Wiege des Skisports - ob der Lärm der Pistenraupen und die zahlreichen Liftmasten im Gletscherkessel am Allalinhorn dafür ein Beweis sind, ist fraglich. Doch der Ruf ausschließlich als Rummelberg wird dem Gipfel nicht gerecht: Zum einen ist die Besteigung eines Viertausenders für einen Flachländler und Hobby-Bergsteiger immer ein besonderes Ereignis. Sogar über den Normalanstieg, denn für den intensiven Skitourismus unterhalb des 1856 erstbestiegenem Berges entschädigt später die beeindruckende Aussicht an seiner Spitze. Vom Gipfel aus können fast die gesamten Westalpen überblickt werden und das Strahlhorn und Rimpfischhorn sind zum Greifen nahe. Zum anderen bieten sich beispielsweise mit dem landschaftlich großartigem Hohlaubgrat noch anspruchsvollere Alternativen zur vielbegangenen Normalroute an.