Weissmies

Höhe: 4.017 m // Region: Walliser Alpen // Land: Schweiz // Erstbesteigung: Ende August 1855

Das Weissmies bildet zusammen mit dem Lagginhorn und Fletschhorn ein Dreigestirn und ist dessen höchster Gipfel. Während auf der Ost- und Südseite Felsflanken dominieren ist der Berg auf seiner dem Saastal zugewandten Seite stark vergletschert. Der Triftgletscher oberhalb von Saas-Grund hat seinen Ausgangspunkt direkt am Gipfel. An dem Viertausender der im Wallis wird besonders deutlich, welche Auswirkungen und Gefährdungen der Klimawandel an den Bergen in den Alpen mit sich bringt. Mitte der Neunziger wurde das Weissmies von der internationalen Vereinigung verschiedener Alpinistenverbände (Union Internationale des Associations d’Alpinisme/UIAA) mit einer Höhe von 4.023 Metern angegeben - auf neuen Karten ist der Gipfel heute nur noch mit lediglich 4.017 m vermerkt. Die sechs Meter Höhenverlust resultieren aus der dramatischen Abschmelzung seiner Gipfelkappe, die vollständig aus Eis besteht. Weiter unten werden die Menschen und touristische Einrichtungen vom Gletscher bedroht. Seit 1986 geht dieser kontinuierlich zurück und ist bis 2015 um mehr als zwei Kilometer geschrumpft. Im Sommer 2014 kam es dabei zu einer erhöhten Anzahl von Eisabbrüchen. Da größere Teile des Triftgletschers abzubrechen drohten, wurden diese einer mit einer Kamera, GPS und einem Radargerät überwacht. Eine solche Radarüberwachung verursacht hohe Kosten, die täglich bis zu 500 Franken betragen. Nachdem sich die Lage am Triftgletscher wieder etwas beruhigt hatte, wurde nur noch eine deutlich günstigere Kamera genutzt, die bei guten Sichtverhältnissen stündlich hochaufgelöste Bilder lieferte. Im September 2017 vergrößerten sich die Risse wieder. Daraufhin wurde abermals eine Radarüberwachung installiert, welche die Bewegungen des Gletschers minutiös aufzeichnete. Die so gemessene Fließgeschwindigkeit stieg innerhalb eines Tages von etwa einem Meter auf bis zu 5 Meter an. Die Verantwortlichen entschieden einen Teil der Bewohner von Saas-Grund zu evakuieren. Wenige Stunden später ereignete sich dann der befürchtete Gletscherabbruch. Die rund 300.000 bis 400.000 Kubikmeter Abbruchmaterial kamen dabei auf dem darunterliegenden Gletscher zum Stillstand, ohne nennenswerte Schäden zu verursachen.