Zinalrothorn
Höhe: 4.221 m // Region: Walliser Alpen// Land: Schweiz // Erstbesteigung: 22. August 1864
Das Zinalrothorn liegt nur wenige Kilometer von Dent Blanche und Weisshorn entfernt. Mit letzterem und dem Ober Gabelhorn bildet es ein imposantes Dreigestirn, das in einer geraden Linie steht. Die Gemeinde Zinal, im Val d'Anniviers gelegen, gab dem Berg seinen Namen. Sein markanter Gipfel ragt schräg in die Landschaft und wird von den meisten Bergsteigern über den Normalweg von der Rothornhütte aus bestiegen. Die oberhalb von Zermatt auf 3.200 Metern gelegene Schutzhütte steht auf geologisch schlechtem Grund und ist zudem ein Sanierungsfall. Der Permafrost setzt ihr zu, das Dach ist undicht, die Fassade hat Risse, es gibt keine Heizung und das Abwasser gelangt vom Plumpsklo ungereinigt in die Umwelt. Sie soll daher abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Zusammen mit modernster Technologie, die den gestiegenen Komfortansprüchen Rechnung trägt, hat das jedoch alles seinen Preis. Laut dem Schweizer Alpen-Club SAC sind während der vergangenen 20 Jahre die Baukosten je Schlafplatz um 27 Prozent und der Raumbedarf um rund 21 Prozent gestiegen. Die Massenlager weichen Vier- bis Zwölfbettzimmern. Essplätze, Küche und sanitäre Anlagen benötigen ebenfalls mehr Platz. Dazu kommt eine komplexe Haustechnik für ausgeklügelte Abwasser-, Filter- und Energiespeichersysteme. Wegen der hohen Kosten von über 3,5 Millionen Schweizer Franken verzögert sich der Neubau der Rothornhütte bis mindestens 2021. Egal ob neue oder alte Rothornhütte: Der Zustieg ist eine anspruchsvolle Wanderung inmitten der mächtigen Viertausender der Walliser Alpen. Bei der konditionell herausfordernden Tour sind auf dem rund fünfstündigen Hüttenweg knapp 1.200 Höhenmeter zu absolvieren. Belohnt wird man dabei mit einem herrlichen Panorama auf die majestätische Gebirgslandschaft der 4.000er-Gipfelkrone von Weisshorn, Bishorn, Zinalrothorn, Obergabelhorn, Matterhorn und Dent Blanche. Das Zinalrothorn ist ein klassischer alpiner Klettergipfel mit Felsen von sehr guter Qualität. Drei Grate bauen das von Norden und Süden kühn in den Himmel aufragende Horn auf. Der Rothorngrat gilt als einer der schönsten Felsanstiege in der Region von Zermatt. Er vereint sich an einer Scharte, die als Gabel bezeichnet wird, mit der Normalroute, die über den Südostgrat auf den Gipfel führt. Es gibt wohl kaum einen Tourenbericht über diese Route, in dem nicht die Binerplatte erwähnt ist. Sie ist durch Bohrhaken gesichert und wird in einer Seillänge über einen schrägen Riss nach links oben gequert. Benannt ist sie nach dem Zermatter Bergführer Joseph Marie Biner, der an dieser Stelle 1894 mit einem Gast verunglückte. Von dort aus erreicht man über ein Gratstück den als Kanzel bezeichneten Vorgipfel und in extrem luftiger Kletterei den Gipfel.