Castor

Höhe: 4.223 m // Region: Walliser Alpen // Land: Schweiz // Erstbesteigung: 23. August 1861

Der Castor, im Italienischen auch Punta Castore genannt, ist der Zwillingsbruder des Pollux und liegt im zentralen Walliser Grenzkamm an der Grenze zum italienischen Aostatal. Die beiden Viertausender, die durch das Zwillingsjoch (3.845 m) verbunden sind, könnten nicht unterschiedlicher sein: Auf der einen Seite zeigt sich der Pollux mit Felskletterei und einigen anspruchsvollen Kletterstellen, die gut abgesichert sind. Auf der anderen präsentiert sich der Schnee- und Eiskoloss Castor als weiße Pyramide mit einer steil ansteigenden Flanke und einem ausgesetzten und traumhaften Grat zum Gipfel. Auf diesem kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen – so sind dort in der Sommersaison 2016 an einem Tag drei Bergsteiger abgestürzt. Der Berg wurde von Michel Croz aus Chamonix, der als einer der leistungsfähigsten Bergführer seiner Zeit gilt, erstbestiegen. Bis zu seinem tödlichen Absturz 1865 am Matterhorn war er in seiner nur sechs Jahre dauernden Führertätigkeit an der Erstbesteigung zahlreicher Alpengipfel beteiligt. Heute wird die Tour aus Italien kommend über die Route der Erstbesteiger unternommen oder von der Schweiz aus vom Kleinen Matterhorn als Tagestour oder im Rahmen der mehrtägigen Spaghettirunde. Über den teilweise nur 30 cm breiten Gipfelgrat des Castor führt die Trofeo Mezzalama. Das höchste alpine Skitouren-Rennen der Welt wurde 1933 zum ersten Mal ausgetragen und findet inzwischen bereits zum 22. Mal statt. In Dreierteams durchqueren die Teilnehmer das italienische Monte-Rosa-Massiv: Die Strecke führt auf etwa 45 Kilometern und knapp 3.000 Höhenmetern über messerscharfe Grate, vergletscherte Anstiege und steile Abfahrten von Breuil-Cervinia bis nach Gressoney-La-Trinité. Die größte Herausforderung liegt allerdings in der Höhe, denn die Athleten müssen bei dem Ski Mountaineering (Skimo) Wettkampf mehrere Male die 4.000 Meter-Marke überschreiten. Die Trofeo Mezzalama gehört mit der Patrouille des Glaciers und der Pierra Menta zu den drei größten und bekanntesten Skirennen der Alpen, die auch als „les grandes trois de ski de montagne“ bezeichnet werden.