Lagginhorn

Höhe: 4.010 m // Region: Walliser Alpen // Land: Schweiz // Erstbesteigung: 26. August 1856

Das Lagginhorn ist der niedrigste Schweizer Viertausender und gehört zur Weissmiesgruppe. Die Gebirgsregion ist der östlichste Teil der Walliser Alpen und liegt überwiegend in der Schweiz, nur wenige Kilometer von der italienischen Grenze entfernt. Es gehört zu den drei höchsten Gipfeln der Gruppe, zusammen mit dem Weissmies (4.017 m) und dem Fletschhorn. Letzterem fehlen nur ganze 7 Höhenmeter, um im Konzert der Viertausender mitspielen zu können. Um dies zu ändern hatte man in den Achtzigern in Erwägung gezogen, den Gipfel künstlich auf 4.000 Meter aufzustocken, um mit einem zusätzlichen Viertausender im Saastal werben zu können. Zum Glück wurde die Pläne wieder verworfen und das Fletschhorn so belassen wie es ist. Gerade weil es nicht ganz die magische Viertausender Marke erreicht, ist es auch nicht so überlaufen wie seine beiden Nachbarn. Auf das Lagginhorn steigen die meisten Gipfelaspiranten über den Normalweg. Sie übernachten dazu nach Auffahrt mit der Gondelbahn in der in etwa einer Stunde Fußmarsch zu erreichenden Weissmieshütte oder in der Berghütte Hohsaas, direkt an der Gipfelstation der Bergbahn-Eine anspruchsvollere Alternative zum Normalweg ist der Lagginhorn Südgrat - eine nicht extrem schwere, aber sehr lange alpine Klettertour. Obwohl der Berg über den Normalweg als eher leichter 4.000er gilt, kommt es immer wieder zu sehr schweren Unfällen. 2012 sind an einem Tag fünf deutsche Bergsteiger am Lagginhorn tödlich verunglückt. Vermutlich war ein Gruppenmitglied auf glattem Schnee ausgerutscht und hatte die anderen vier Alpinisten mit in die Tiefe gerissen. Besonders tragisch dabei: gut 100 Meter unterhalb des Gipfels klagte einer der beiden Erwachsenen zuvor über Unwohlsein und verzichtete auf den weiteren Aufstieg. Die Entscheidung hat dem Familienvater mit allergrößter Wahrscheinlichkeit das Leben gerettet - jedoch musste eher mit eigenen Augen ansehen, wie seine 14-jährige Tochter, sein 20 Jahre alter Sohn und die drei anderen Bergsteigern 400 Meter in die Tiefe stürzten.