Breithorn

Höhe: 4.164 m (Breithorn Westgipfel), 4.159 m (Breithorn Mittelgipfel), 4.139 m (Breithorn Ostgipfel), 4.106 m (Breithorn Gendarm), 4.075 m (Roccia Nera/Schwarzfluh) // Region: // Land: Schweiz // Erstbesteigung: 1813

Das Breithorn hat fünf Gipfel und zwei Gesichter: Es gilt als einer der einfachsten Viertausender der Alpen und ist dadurch auch der am meisten bestiegene überhaupt. An schönen Sommertagen stehen bis zu 300 Personen auf den Gipfel und plaudern wenig später bei Kaffee und Kuchen im Tal über ihren „Sonntagsspaziergang auf einen Viertausender“. Möglich wird das durch eine gute Infrastruktur von Bergbahnen in Zermatt. In Kabinen im Pininfarina-Design, von denen vier mit 280.000 im Sonnenlicht funkelnden Swarovski-Kristallen besetzt sind, geht es mit der höchsten Dreiseilumlaufbahn der Welt in wenigen Minuten auf die Bergstation des Kleinen Matterhorn. Bei guten Bedingungen ist man dann in etwa zwei Stunden dem Westgipfel. Das Panorama dort ist beeindruckend und reicht vom Matterhorn im Westen über Liskamm, Dufourspitze und die anderen Monte Rosa-Gipfel im Osten sowie Dent Blanche, Zinalrothorn und Weisshorngruppe im Nordwesten bis zur Mischabelgruppe im Nordosten. Wer allerdings so den Gipfel mit gerade mal 350 Metern Höhenunterschied erreicht bezeichnen die Zermatter Bergführern als „Breithoru-Liit“ (Breithorn-Leute) - Alpinisten, die man guten Gewissens nur auf das Breithorn führen kann. Der Anblick des Berges von Norden ist eine gewaltige zweieinhalb Kilometer breite Mauer aus Felsen und Eis: Vom Westgipfel über den Mittelgipfel, die Zwillingsgipfel Ostgipfel und Gendarm bis zum Roccia Nera, der aufgrund von morphologischen und alpinistischen Kriterien für die UIAA als eigenständiger Viertausender zählt. Die gesamte luftige Grat-Kletterei über die fünf Viertausender wird Breithorn-Traversierung genannt. Bei schlechtem Wetter zeigt das Breithorn jedoch, dass die Bezeichnung „leicht“ im Hochgebirge immer relativ und abhängig von den Verhältnissen ist. Im April 1977 verirrten sich auf der Normalroute fünf Skibergsteiger trotz Karte und Kompass auf dem Breithorn-Plateau und starben an Erschöpfung. Im Sommer 1991 starteten 21 Bergsteiger in mehreren Seilschaften und gerieten in einen Orkan-artigen Sturm mit arktischen Temperaturen, in dem in Sichtweite der Klein-Matterhorn-Bahn vier Bergsteiger zu Tode kamen.