Gran Paradiso

Höhe: 4.061 m // Region: Grajische Alpen // Land: Italien // Erstbesteigung: 4. September 1860

Der Gran Paradiso wird oftmals als die italienische Majestät bezeichnet und ist der höchste Berg Italiens, der im kompletten Umfang auf italienischem Staatsgebiet steht. Die Erstbesteiger erreichten den Gipfel der Grajischen Alpen über die heute als Normalanstieg etablierte Route. Diese führt über die Westflanke vom Rifugio Vittorio Emanuele II den Bergrücken hinauf über den „Eselsrücken“ zum Sattel und von dort aus auf den Gipfel. Während an anderen Viertausendern Seilbahnen für einen einfacheren Aufstieg gebaut wurden, hat sich der Weg zum höchsten Punkt des vergletscherten Viertausenders bis heute kaum verändert. Die rund 2.100 Höhenmeter aus Pont in Valsavarenche im Aostatal muss man noch immer komplett zu Fuß zurücklegen. Der Gran Paradiso gilt - abgesehen von den konditionellen Anforderungen des Aufstiegs - als einer der am leichtesten ersteigbaren Viertausender der Alpen. Die meisten Bergsteiger betreten am Ende jedoch nicht seinen Hauptgipfel, sondern den benachbarten und mit 4.058 Metern etwas niedrigeren Madonnen-Gipfel. An den letzten zehn ausgesetzten Metern hinüber zur der Madonnenstatue kommt es dabei aufgrund des oftmals großen Andrangs zu Wartezeiten und manchmal auch zu heiklen Szenen. Wer es leerer bevorzugt besteigt den Gran Paradiso mit Skiern im Winter. Der Erste, der als Skitourengeher den Gipfel erreichte, war der als König des Freikletterns bezeichnete Paul Preuß im Jahre 1913. Er galt als der beste Alpinist seiner Zeit, der auch für seine Klettergrundsätze wie „Bergtouren, die man unternimmt, soll man nicht gewachsen, sondern überlegen sein“ berühmt ist. 

Um dem Gran Paradiso wurde bereits 1922 ein Nationalpark errichtet. Dessen Geschichte ist eng mit dem Schutz der hier lebenden Steinböcke verbunden. Mitte des 19. Jahrhunderts galten diese als stark vom Aussterben bedroht und waren auf knapp 100 Tiere dezimiert. 1856 erklärte der damalige König Viktor Emanuel II. das Gebiet rund um den Gran Paradiso zum königlichen Jagdrevier und bewahrte die Steinböcke dadurch vor ihrer Ausrottung.